Die Klangwiege in Therapie und Coaching
Workshop und Fortbildung über den Einsatz der Klangwiege in Therapie und Coaching
Worum es geht und was Teilnehmerinnen für sich mitgenommen haben
Die Klangwiege ist ein beliebtes Instrument in der Musiktherapie. Anke Wiesbrock gibt ihre Erfahrung aus ihrer Praxis über die Verwendung des Instrumentes weiter. Erfolgreich haben acht Teilnehmerinnen im August 2022 den Workshop „Einsatz der Klangwiege in Therapie und Coaching“ absolviert. Bereits zum vierten Mal wurde dieser in der KlangGalerie in Bad Zwesten durchgeführt.
Die Dozentin
„Ich arbeite seit 21 Jahren mit der Klangwiege und es ist mir immer wieder eine Freude, die Kenntnisse und Erfahrungen, die ich in all den Jahren erworben habe, weiter zu geben“, sagt die diplomierte Musiktherapeutin und Heilpraktikerin für Psychotherapie mit eigener Praxis in Schwelm (NRW).
Anke Wiesbrock weiß, dass wenn das Nervensystem gestresst ist, sei es zum Beispiel durch Krankheit oder durch psychische Probleme der Mensch besonders der Ruhe bedarf und nach ihr sucht. Leider oft vergeblich. Mit unterschiedlichsten Symptomen verlangt der Körper daher nach Aufmerksamkeit und fordert uns auf, etwas zu ändern.
„Eine Behandlung in der Klangwiege kann eben diese Ruhe hervorrufen und Sicherheit geben. Der Körper kann sich entspannen, Schmerzen können nachlassen, der Blutdruck sich mitunter senken und das Gedankenkarussell meistens gestoppt werden“, bestätigt Anke Wiesbrock.
Was passiert im Workshop?
Den Teilnehmenden ihrer Workshops vermittelt sie, dass die angenehme vibroakustische Stimulation aller Körperzellen durch die Klangwiege, Blockaden lösen und Selbstheilungsprozesse in Gang setzen kann. Ihr Workshop ist so konzipiert, dass sich theoretische Wissensvermittlung mit praktischen Übungen abwechseln. Sehr wichtig ist ihr dabei, dass die Teilnehmenden die Klangwiege nicht nur selber auf unterschiedliche Weise zu spielen lernen, sondern auch erfahren, wie es ist, in dieser zu liegen und bespielt zu werden. Die Klangwiege wird am eigenen Körper erlebt und Feedback für das eigene Spiel gegeben. Wenn es dem Klienten guttut, dann dürfen sanfte Ansprache, leichter Gesang oder Summen das Spielen an der Klangwiege gerne ergänzen.
„Musikalische Vorkenntnisse braucht es zum Spielen der Klangwiege nicht. Doch bedarf es beim Spielen unbedingt aufmerksamer Zuwendung zu demjenigen, der in der Klangwiege liegt“, betont die Dozentin.
Was sagen die Teilnehmer
Und wie elementar wichtig die Achtsamkeit dem Klanggast gegenüber ist, das ist auch eine der Erkenntnisse, die Nancy Schiller (Gruppenfoto: Erste von rechts) aus diesem Workshop für sich und ihre Arbeit mitgenommen hat. „Natürlich war die Bedeutung der Achtsamkeit nichts Neues für mich, doch hat das „Spiel“ mit der Klangwiege in wechselseitigen Rollen dieses Wissen noch einmal für mich persönlich spürbar gemacht“, sagte sie im Rückblick auf diesen Workshop. Als sie in der Klangwiege lag, fühlte sie sich wie auf Händen getragen und sie hat gelernt, dass sie ihrer eigenen Intuition in Bezug auf das Klangwiegenspiel künftig mehr vertrauen kann. Der Austausch mit den anderen Teilnehmerinnen in Einzelgesprächen sowie in der Gruppe führte zu weiteren Erkenntnissen. „Für unsere Arbeit ist der Erfahrungsaustausch mit anderen Therapeuten wirklich eine Bereicherung“, ist Nancy Schiller überzeugt. Besonders gut gefiel ihr, dass Caspar Harbeke während des Workshops ergänzend die Gesetzmäßigkeiten der Obertöne anschaulich machte. Er erklärte und demonstrierte, wie man Obertöne an der Klangwiege erzeugen und diese auch beim Gesang hören und erkennen kann. „Und neben aller Theorie und Praxis kam auch das leibliche Wohl der Teilnehmerinnen nicht zu kurz“, betonte Nancy Schiller dankbar. „Ich fand es super, dass während des Workshops stets kalte und warme Getränke, sowie Snacks und Obst für die Teilnehmenden zur Verfügung standen. Denn selbstverständlich ist das nicht.“
Feedback 1
Workshop-Teilnehmerin Nancy Schiller ist psychologische Beraterin, Resilienz-Trainerin, Fachberaterin für Hochsensibilität und Klangtherapeutin. Seit Anfang des Jahres 2022 arbeitet sie mit der Klangwiege in eigener Praxis in Beilstein (Württemberg). Da sie selber seit ihrer Kindheit sehr gerne singt sowie Gitarre und Klavier spielt, weiß sie aus eigener Erfahrung um die positive Wirkung von Klängen aller Art auf die Psyche des Menschen. „Musik besteht aus Schwingungen, die in Intervallen, Tönen und Obertönen in der Klangwiege vom gesamten Körper wahrgenommen werden. Richtig dosiert, führen diese zu einer tiefen Selbstwahrnehmung, steigern Selbstsicherheit und Selbstbewusstsein und führen zu Regeneration und Entspannung. Durch die Arbeit mit der Klangwiege möchte ich meinen Klienten diese Erfahrungen zugutekommen lassen“, erklärt sie ihre Motivation, in eigener Praxis auch mit der Klangwiege zu arbeiten. (www.nancyschiller.de)
Feedback 2
Mit 21 Jahren die jüngste Teilnehmerin des Workshops war Rahel Bruelheide aus Malsfeld (Gruppenfoto: Dritte von links). Seit sie ihr Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) mit geistig und körperlich beeinträchtigten Menschen absolvierte wusste sie, dass dies ihre berufliche Zukunft sein wird. Seit zwei Jahren absolviert sie nunmehr die Ausbildung zur Heilerziehungspflegerin bei Hephata in Treysa (Hessen). Da sie leidenschaftlich gerne Gitarre spielt wurde ihre Neugierde an einer dort vorhandenen Klangwiege schnell geweckt, die soweit ungenutzt in einem der Aufenthaltsräume stand. Sie fragte sich, was man wohl mit diesem Instrument machen könne. Auf der Klangwiege war das Logo der Firma Allton abgebildet und so ist sie bei ihrer Recherche nach Sinn und Zweck der Klangwiege auf den Workshop von Anke Wiesbrock gestoßen. Da sie gerade an einem Projekt mit dem Thema „Basale Stimulation der Sinne“ arbeitet, schien dieser Workshop genau der richtige für sie zu sein. „Ich bin so dankbar, dass ich an diesem Workshop teilnehmen konnte. Durch ihn habe ich so viel über den Einsatz der Klangwiege gelernt. Während des Workshops habe ich erkannt wie viel Freude es mir bereitet, die Menschen, die in der Klangwiege liegen zu bespielen. Das geben der Klänge an den Klanggast gibt auch mir sehr viel“, sagte Rahel Bruelheide im Rückblick auf diesen Klangwiegen-Workshop. Hochmotiviert ist sie nunmehr, die Klangwiege in der Hephata-Einrichtung zum Einsatz zu bringen.
Der nächste Klangwiege-Workshops unter Leitung der Dozentin Anke Wiesbrock findet im November 2024 in Bad Zwesten statt:
Workshop als Fortbildung akkreditiert
Diese Workshops werden von der Musikresonanz-Akademie veranstaltet. www.musikresonanz-akademie.de
Die Veranstaltung „EINSATZ DER KLANGWIEGE IN THERAPIE UND COACHING“
ist eine, von der Deutschen Musiktherapeutischen Gesellschaft (DMtG) akkreditierte Fortbildung.
Workshopleiterin Anke Wiesbrock
Eine Herzensangelegenheit von Anke Wiesbrock ist es Menschen zu helfen ihre innere Ruhe zu finden und die mentale Stabilität und Stärke ihrer Klienten aufzubauen. Dafür steht sie mit ihrem Fachwissen, ihrer Kompetenz und Erfahrung in eigener Praxis www.klangheilraum.de und im Klangurlaub www.ankewiesbrock.de zur Verfügung.
Doch nicht nur dort: Über die Präsenz-Workshops in Bad Zwesten hinaus gibt sie ihr Wissen auch im online-workshop der Musikresonanz-Akademie weiter. In diesem Kurs erfahren Teilnehmende alles über den Einsatz der Klangwiege. Von den Grundlagen bis zu speziellen Anschlagtechniken. Zum Online-Kurs (Dauer 107 Minuten) gibt es ein entsprechendes Begleitbuch als PDF.
https://makemusic-online.de/klangwiege-erwachsene/
EINIGE BILDIMPRESSIONEN AUS DIESEM WORKSHOP
Text und Fotos: Regina Raab